„Restorative Yoga - Ruhe und Kraft durch Entspannung“.

Das erste Buch in Deutschland zu einer radikal anderen Art von Yoga: „Restorative Yoga - Ruhe und Kraft durch Entspannung“. In diesem Buch erläutere ich, warum wir durch Nichtstun mehr erreichen. Und zeige auch gleich, wie das mit Yoga geht.

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Radikale Entspannung:
Restorative Yoga

Man könnte ja glauben, es gebe mittlerweile genug verschiedene Arten Yoga. Der gute traditionelle Hatha Yoga als Bezeichnung für alle Schulen des Yoga, in denen mit dem Körper geübt wird, reicht schon lange nicht mehr. Jetzt gibt es Astanga, Viniyasa, Flow, Vini, Yin… Brauchen wir dennoch eine weitere Sorte Yoga, und dann auch noch eine mit dem für modischen Yoga typischen englischen Beiwort vorne dran? Unbedingt! Restorative Yoga ist nämlich grundlegend anders als die vielen anderen Hatha-Yoga-Arten. Er will sie nicht ersetzen. Aber er kann sie ausgezeichnet ergänzen.

Was ist das Ziel?

Alle Spielarten des Hatha Yoga, die uns in den letzten zwei Jahrzehnten auf der Matte begegnet sind, haben eines gemeinsam: es geht darum, aktiv etwas mit dem Körper zu tun. Selbst beim ruhigen Yin Yoga werden aktiv die Faszien gedehnt. Beim Restorative Yoga dagegen ist das Ziel, möglichst gar nichts zu tun, sich bewusst zu entspannen und Ausgleich für ein überreiztes Nervensystem zu schaffen. Nichts tun könnte man natürlich auch auf dem Sofa. Leider sind aber die meisten Sofas heute so gebaut, dass man mit rundem Rücken in ihnen versinkt. Und genau diese bucklige Haltung ruft oft Rückenschmerzen hervor. Das Sofa scheidet als Ort für rückengesundes Nichtstun also aus. Auch das Bett ist nicht fürs bewusste Entspannen geeignet, denn wenn wir uns ins Bett legen, wollen wir ja möglichst zügig einschlafen, statt uns auf Entspannung zu konzentrieren und bewusst unseren Körper wahrzunehmen.

Wie geht das?

Beim Restorative Yoga dagegen richten wir uns mit festen Polstern, Yogablöcken und Decken in genau jenen Haltungen ein, die man aus dem aktiven Hatha Yoga kennt: Vorbeugen, Rückbeugen, Drehungen und Umkehrhaltungen. Dank der Hilfsmittel brauchen wir aber keine Muskelkraft, um uns in den Positionen zu halten. Zusätzlich stützen die Hilfsmittel so, dass die Muskeln nur minimal gedehnt werden. So ist es möglich, bis zu 20 Minuten und mehr in einer Haltung zu bleiben. Wir nehmen also die Haltungen nicht aktiv ein, sondern die Wirkung ergibt sich aus der langen Zeit in der Haltung. Wir können das beruhigende, schützende Gefühl einer Vorbeuge oder die verdauungsfördernde Wirkung einer Drehung erfahren, ohne uns dabei anstrengen zu müssen. Das Nicht-Anstrengen ist dabei nicht Ausdruck von Faulheit, sondern ein ganz absichtliches Signal ans Nervensystem: Ruhe mit bewusster Entspannung baut Stress ab und aktiviert Funktionen im Körper, die in Zeiten von äußerer Aktivität gedrosselt werden. Das sind zum Beispiel Verdauung, Regeneration und Zellaufbau.

Vollkommene Entspannung

Die meisten Menschen empfinden aktives Hatha Yoga als ruhiger und entspannender als viele andere ihrer Tätigkeiten. Aber jede körperliche und geistige Aktivität regt das Nervensystem an. Warum also nicht dem Körper maximale Entspannung gönnen, indem wir die äußeren Reize so weit wie möglich herunterfahren? Wir nehmen gewissermaßen den direkten Weg zur vollständigen Entspannung, ohne Abstriche.

Der faszinierende Nebeneffekt ist, dass es in dieser vollkommenen Entspannung oft leicht fällt, in meditative Zustände zu kommen. Was im aufrechten Sitz oft anstrengend und unbequem ist, ergibt sich im angelehnten Schmetterlingssitz ganz von selbst. Der Körper ist gut versorgt, so dass auch der Geist endlich einmal loslassen kann. Die Zeit, die wir für konstruktive Entspannung aufwenden, gewinnen wir anschließend durch Ausgeglichenheit und neue Energie zurück. Garantiert.

Woher kommt Restorative Yoga?

Yogis und Yoginis der Iyengar-Tradition kennen Restorative Yoga schon länger: Ihr Lehrer B.K.S Iyengar experimentierte als erster mit diversen Hilfsmitteln, um Yogahaltungen auch für Schüler zugänglich zu machen, die nicht die notwendige Muskelkraft für die Asanas hatten. Dabei zeigte sich, dass die Hilfsmittel nicht nur aktive Asanas für weniger fortgeschrittene Schüler möglich machten, sondern dass sie auch ganz neue Erfahrungen beim passiven Üben auslösten. Westliche Lehrerinnen, vor allem Judith Hanson Lasater aus San Francisco, entwickelten die Techniken weiter. Nach einigen Jahrzehnten, in denen Yoga für die meisten gleichbedeutend war mit „Dehnung“ und „Bewegung“, werden jetzt dank Restorative Yoga auch die tieferen Schichten des Yoga leichter zugänglich. Denn: Restorative Yoga ist einfach nur angenehm und lockt uns ohne Anstrengung in Trance. Es gibt nur eine einzige Hürde: Wir müssen uns erlauben, radikal nichts zu tun.

Dieser Text erschien ursprünglich als Blogbeitrag bei Yoga Travel & Friends.

 

 

Pressestimmen

Yoga Journal, 9.8.2019